TRANSITZONE KLEIDERSCHRANK

TRANSITZONE KLEIDERSCHRANK

TRANSITZONE KLEIDERSCHRANK
In jeder Wohnung gibt es den einen Platz, der nicht ganz so aussieht, wie man sich das wünscht, einfach weil man das täglich anfallende Chaos nicht so richtig, ok gar nicht, unter Kontrolle bekommt. 
 
Würde mich jemand fragen, würde ich immer und ohne zu zögern sagen, dass dieser Ort mein Schreibtisch ist, der, egal wie groß er ist, nie genügend Platz bietet, für all die Dinge die ich meine in greifbarer Nähe stehen haben zu müssen (und die Dinge, von denen ich weiß, dass ich sie nicht, nicht mehr - oder meinetwegen auch noch nie - in greifbarer Nähe stehen haben muss, ich aber zu faul bin sie wegzuräumen.)
 
Seit einiger Zeit kommt nun aber T. um die Ecke und behauptet, ich hätte meine Klamotten-Situation nicht unter Kontrolle und der Ort des Chaoses sei schön längst nicht mehr mein Schreibtisch, sondern der Sessel im Schlafzimmer. Und der Wäschekorb im Bad. Und die Bank im Flur. 
Das ist natürlich quatsch, ich habe meine Klamotten Situation sehr wohl unter Kontrolle, denn es läuft wie folgt: wenn man etwas anhatte, kann es ja wohl unmöglich wieder zurück in den Schrank, weil es ja schon getragen ist.
Hin- und wieder (selten) kommt es aber vor, das Hose/ Shirt/ Pullover nicht gleich beim ersten Tragen bekleckert worden sind und noch nicht in die Wäsche müssen. Was soll ich also tun? Mir bleibt ja nichts anders übrig, als sie bis zum nächsten tragen erst einmal abzulegen. Das geschieht dann eben auf besagtem Sessel, dem Wäschekorb oder im Flur. Und dabei halte ich eine sehr stringente Ordnung ein: auf den Sessel kommen nur Jogginghosen & co. also Dinge, die ich nur in der Wohnung trage, Strassenklamotten kommen auf den Wäschekorb - und Klamotten, von denen ich nicht weiß, wie sie einzuordnen sind und was damit passieren soll kommen auf die Bank im Flur - die Transitzone sozusagen. 
Mir erscheint dieses Prozedere völlig logisch und natürlich. 
Mein Bruder D. hat mir mal ein Bild geschickt: ein mit Erdnussbutter beschmiertes Messer, was mit dem Griff auf der Arbeitsplatte liegt, mit der dreckigen Schneide über der Spüle hängt. Der Text dazu: "Das international anerkannte Zeichen für "Vielleicht mache ich mir noch ein Sandwich, vielleicht aber auch nicht" 
T. mag keine Erdnussbutter - das wird wohl die Erklärung für sein Unverständnis für meine Transitzonen sein.  

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